13.07.2026 Klima Verbraucherinfos

⸺ Heizungswartung

Warum 18 Grad im Sommer keine gute Idee sind

Endlich ist die Klimaanlage installiert – und die erste Reaktion vieler ist dieselbe: Temperatur runter, so kalt wie möglich. Verständlich bei 35 Grad draußen, aber leider keine gute Idee. Weder für den Geldbeutel noch für die Gesundheit. Wie die Klimaanlage wirklich sinnvoll eingestellt wird, verrät dieser Beitrag.

Der Temperatursprung, den der Körper nicht mag

Der menschliche Kreislauf reagiert empfindlich auf große Temperaturunterschiede. Ein Sprung von 35 Grad draußen auf 18 Grad drinnen bedeutet für den Körper eine Umstellung von 17 Grad in wenigen Sekunden – das kann Kreislaufprobleme, verspannte Nacken- und Schultermuskulatur oder Kopfschmerzen begünstigen. Empfohlen wird meist eine Differenz von maximal 6 Grad zwischen Innen- und Außentemperatur. Bei 32 Grad draußen wären das also rund 26 Grad drinnen – immer noch angenehm kühl, aber ohne Kälteschock beim Verlassen des Raumes.

Was jedes Grad weniger wirklich kostet

Je größer die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen, desto mehr muss die Klimaanlage arbeiten – und desto mehr Strom verbraucht sie. Als grobe Faustregel gilt: Jedes Grad, um das die Solltemperatur gesenkt wird, erhöht den Energieverbrauch um etwa 6–8 %. Wer also von 26 auf 20 Grad herunterkühlt, kann den Stromverbrauch der Anlage nahezu verdoppeln – für einen Temperaturunterschied, den der Körper ohnehin kaum als angenehmer empfindet.

Effizienzklasse und Betriebsweise entscheiden mit

Neben der eingestellten Temperatur spielt auch die Effizienz des Geräts eine große Rolle. Moderne Klimageräte werden nach EU-Energielabel in Klassen von A+++ bis D eingestuft, angegeben über den SEER-Wert (Seasonal Energy Efficiency Ratio) für die Kühlung. Ein Gerät mit SEER 8,5 benötigt für dieselbe Kühlleistung deutlich weniger Strom als eines mit SEER 5. Zusätzlich hilft es, die Anlage nicht dauerhaft durchlaufen zu lassen, sondern mit Timer- oder Sensorsteuerung nur dann zu betreiben, wenn tatsächlich jemand im Raum ist.

Praktische Einstelltipps für den Alltag

  • Faustregel nutzen: Maximal 6 Grad kühler als draußen einstellen.
  • Nachts anders fahren: Etwas höhere Solltemperatur nachts reicht meist aus und spart zusätzlich Energie.
  • Türen und Fenster schließen: Klingt banal, ist aber der größte Effizienzfaktor – jede offene Tür lässt die Kühlleistung buchstäblich entweichen.
  • Filter regelmäßig reinigen: Ein verschmutzter Filter zwingt das Gerät zu mehr Leistung bei gleicher Kühlwirkung.

Fazit: Eine Klimaanlage ist kein Kühlschrank – sie muss den Raum nicht auf Rekordtemperaturen bringen, um angenehm zu wirken. Mit einer moderaten Temperaturdifferenz von rund 6 Grad, einer guten Effizienzklasse und ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich spürbar Energie sparen, ohne auf Komfort zu verzichten.

Bild: KI generiert
 

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